„Korallen im Meerwasseraquarium – Unterschiede, Wachstum und biologische Grundlagen von SPS und LPS“
- AQUA-MATRIX CORALS

- 26. Dez. 2025
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Korallen gehören zu den faszinierendsten Lebewesen im Meer und bilden die Grundlage natürlicher Korallenriffe ebenso wie moderner Meerwasseraquarien. Obwohl sie oft wie Pflanzen oder Steine wirken, handelt es sich bei Korallen um wirbellose Tiere aus dem Stamm der Nesseltiere. Sie leben in Kolonien aus vielen einzelnen Polypen, die gemeinsam ein Kalkskelett aufbauen. In der Meerwasseraquaristik unterscheidet man vor allem zwischen SPS-Korallen (Small Polyp Stony) und LPS-Korallen (Large Polyp Stony), die sich in Aufbau, Wachstum und Pflegeansprüchen deutlich unterscheiden.
SPS-Korallen zeichnen sich durch sehr kleine Polypen und meist verzweigte, tafel- oder geweihartige Wuchsformen aus. Beispiele sind Acropora oder Montipora. Ihr Skelett wächst überwiegend an den Spitzen und Kanten, wo kontinuierlich Calciumcarbonat eingelagert wird. Dieses Wachstum ist vergleichsweise schnell, setzt jedoch äußerst stabile Wasserwerte voraus. SPS benötigen intensive Beleuchtung, eine starke, wechselnde Strömung sowie eine präzise Versorgung mit Calcium, Karbonathärte, Magnesium und Spurenelementen. Schon kleine Schwankungen können zu Wachstumsstörungen oder Farbverlust führen. Unter optimalen Bedingungen entwickeln SPS jedoch kräftige Farben, feine Strukturen und ein sehr gleichmäßiges Wachstum.

LPS-Korallen besitzen im Gegensatz dazu große, fleischige Polypen, die oft weit aus dem Kalkskelett herausragen. Typische Vertreter sind Euphyllia, Acanthastrea oder Trachyphyllia. Ihr Wachstum erfolgt langsamer und massiver, da das Skelett unter dem Weichgewebe schrittweise verdickt oder verlängert wird. LPS sind in der Regel robuster und tolerieren moderate Schwankungen der Wasserwerte besser als SPS. Neben der Energie aus Licht nehmen sie aktiv Nahrung wie Plankton oder feinste Futterpartikel auf, was sich positiv auf Wachstum und Polypenexpansion auswirkt.

Die Entstehung und das Wachstum einer Koralle beginnen mit einer freischwimmenden Larve, die sich auf einem festen Untergrund ansiedelt. Dort bildet sie den ersten Polypen, der sich durch Knospung vermehrt und eine Kolonie aufbaut. Eine zentrale Rolle spielen dabei symbiotische Algen, sogenannte Zooxanthellen, die im Gewebe der Korallen leben. Diese produzieren durch Photosynthese Energie, die der Koralle den Aufbau ihres Kalkskeletts ermöglicht.
Über Jahre hinweg entstehen so komplexe, lebendige Strukturen, die nicht nur optisch beeindrucken, sondern auch Lebensraum für unzählige Meeresorganismen bieten. Im Meerwasseraquarium lässt sich dieses natürliche Wachstum mit Wissen, Geduld und stabilen Bedingungen erfolgreich nachvollziehen.

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